Gegnerische KFZ-Versicherung zahlt nicht: Längst kein Sonderfall mehr

Veröffentlicht am

07.04.2021

Rechtsgebiete

  • Verkehrsrecht
Verbeulte Motorhaube, kaputte Scheibe, gebrochene Achse: Auch wenn es "nur" ein Blechschaden ist, können die Folgen enorm sein. Denn wenn Versicherer bei der Schadenssumme den Rotstift ansetzen, bleibt der Geschädigte auf Kosten sitzen.

„Die gegnerische KFZ-Versicherung zahlt nicht“ – das ist keine Ausnahme, sondern zunehmend die Regel. „Ein nicht unerheblicher Teil unserer Mandate im Verkehrszivilrecht erstreckt sich auf Fälle, in denen Versicherer die finanziellen Ansprüche der Geschädigten kleinrechnen“, berichtet Christoph Schüll, Anwalt in der Kanzlei Heit Schüll Weuffen in Aachen. Für viele seiner Mandanten ist das nicht bloß lästig, sondern existenzbedrohend. „Ist etwa das Auto noch nicht abbezahlt, kann eine Differenz zwischen tatsächlicher und angebotener Schadenssumme bei einem Totalschaden dafür sorgen, dass man gegenüber der Bank plötzlich enorme Schulden hat“, betont der Jurist.

Für Christoph Schüll ist die Sache daher klar: „In die Anrufliste nach einem Unfall gehören neben Rettungsdienst bei Verletzten und Polizei ein Anwalt mit Spezialisierung auf das Verkehrszivilrecht.“ Als solcher weiß der Aachener, wie er die Interessen seiner Mandanten gegenüber der gegnerische KFZ-Versicherung durchsetzt. „Nämlich mit harten Bandagen“, erklärt er. Und ergänzt: „Versicherungskonzerne sind nämlich nicht – wie in den Hochglanz-Werbebroschüren dargestellt – der selbstlose Freund und Helfer desjenigen, der einen Schaden hat. Sie sind vor allem ihren Aktionären gegenüber verpflichtet, die eine ordentliche Dividende erwarten. Und jeder Schaden schmälert sie.“

Mehr Informationen rund um das Thema „Gegnerische KFZ-Versicherung zahlt nicht“, vermeintliche Rundum-sorglos-Pakete und darüber, warum sich ein Anwalt nach einem Schaden fast immer auszahlt, finden Sie auf der Themenseite.